Staatsehrenpreis für das Hattenheimer Weingut Karl-Johann Molitor

vom 01.12.2005

[Oktober 2006] Am Fuß des berühmten Steinberg, dem Lieblingsweinberg der Zisterziensermönche des Kloster Eberbach ist das traditionsreiche Hattenheimer Weingut Johann Molitor beheimatet. Mitten zwischen den Reben lebt Klaus Molitor mit seiner Familie und bewirtschaftet in dritter Generation den Aussiedlerhof, den die Winzerfamilie 1975 baute.

Stolz blickt man bereits seit Jahren auf mehrere hohe Auszeichnungen in der Hattenheimer Winzerfamilie Molitor, jetzt kam zum vierten Mal eine weitere ganz besondere Auszeichnung dazu: der Staatsehrenpreis 2005, den der Hessische Minister für Landwirtschaft und Forsten Wilhelm Dietzel vor einigen Wochen an Winzermeister Klaus Molitor persönlich überreichte. Und damit nicht genug, Minister Dietzel ließ es sich auch nicht nehmen, das hochdekorierte Weingut auch persönlich zu besuchen. "Zu den Weingütern, die den Staatsehrenpreis erhielten, will ich einen engeren Kontakt herstellen und mich vor Ort kundig machen, was diese so erfolgreichen Winzer anders machen als die Masse", erklärte Minister Dietzel im Molitor'schen Weinkeller. Das sei ganz einfach, schmunzelte Hausherr Klaus Molitor: "Es gilt die Qualität der Trauben im Keller zu erhalten".

Klaus Molitor wurde 1965 geboren und wollte von Kindesbeinen an den Beruf ergreifen, den auch schon sein Vater und Großvater hatten. "Ich bin da hineingewachsen" erzählt er von seinem Berufswunsch, auch einmal Winzer zu werden. Seine Ausbildung absolvierte er im renommierten Erbacher Weingut Baron zu Knyphausen. Danach bildete er sich in Bad Kreuznach zum staatlich geprüften Wirtschafter weiter und durfte 1989 schließlich den Meisterbrief im Weinbauamt in Eltville entgegen nehmen. Obwohl Klaus Molitor stolz auf die Familientradition ist, habe er das elterliche Weingut mit neuen Ideen in die Zukunft getragen, auch schon mal gegen die Argumente des Vaters", erzählte er Minister Dietzel.

Um das Weingut zukunftsfähig zu machen, habe er neue Tanks für den Keller angeschafft und begann bereits schon draußen im Weinberg sich um die Qualität des Weines zu kümmern. Das er den richtigen Weg eingeschlagen hat und die Qualität seines Weine auch im Keller richtig ausgebaut hat, wurde Klaus Molitor mehrfach bei den Landesweinprämierungen der vergangenen Jahre mit einer stets wachsenden Zahl von goldenen und silbernen Preismünzen und der nun vierten Auszeichnung mit dem Staatsehrenpreis bestätigt.

Rund ein Viertel seines Weines exportiert verkauft der Hattenheimer Erfolgswinzer Molitor wie schon sein Vater und Großvater über Weinkommissionäre in die USA. Schon traditionell gelte auch in seinem Weingut die "Rheingauer Faustregel" trockene Weine für die deutschen Kunden, halbtrockene und mild ausgebaute Weine eignen sich für den Export. Die Kunden in den USA, in Kanada und vor allem in Japan bevorzugen mildere und vor allem auch edelsüße Weine, weiß Klaus Molitor. Doch auch die deutschen Weintrinker seien nicht nur für trockene Rebensäfte zu haben, wie Klaus Molitor aus eigener Erfahrung weiß. Ein gut gekühlter milder Wein kann seine Gäste auch begeistern. Durch persönliche Empfehlungen begeisterter Weinfreunde würden die meisten Kunden den herrlich romantischen Weg zum Aussiedlerhof von Klaus und Birgit Molitor finden, erläuterte er. Und Dank der großartigen Preise, wie jetzt wieder der Verleihung des Staatsehrenpreis seien es immer mehr, die das Weingut Karl-Johann Molitor in Hattenheimer kennen lernen wollen.

Daten und Fakten

Insgesamt wurden 1836 Weine und Sekte zur Prüfung eingereicht. Im Rheingau werden in fünf Kategorien (< 3ha , 3-7 ha, 7-12 ha, 12-25 ha > 25 ha) fünf Ehrenpreise verliehen - d.h. in jeder Kategorie nur ein Weingut. In der Hessischen Bergstraße wird ein Ehrenpreis verliehen.

Im Rheingau wurde in der Kategorie 12 - 25 ha der hessische Staatsehrenpreis an das Weingut Karl Johann Molitor verliehen.

Das Weingut Molitor errang die Staatsehrenpreisplakette bei den Betrieben zwischen zwölf und 25 Hektar Größe bereits zum Dritten mal.

Fotos von Hermann Heibel

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